Geschichte

In den Jahren 1901 bis 1903 wurden viele Freiwillige Feuerwehren gegründet. Im Landkreis Hildesheim ca. 40. Anlass hierzu war die Änderung der Gesetzgebung. Die Polizeiordnung regelte damals das Feuerlöschwesen. Hierin waren die Aufgaben einer Feuerwehr geregelt. Die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Heyersum fand am 03.10.1902 im Gasthaus Freise statt.

geschichte_20101118_1199201875Vor dieser Gründung wurden Brände im Ort von allen Einwohnern mittels einer Eimerkette bekämpft. Nunmehr wurde ein regelmäßiger Übungs- und Ausbildungsdienst mit straffer Organisation eingeführt. Es wurde eine Handdruckspritze, Schläuche und Ausrüstungsgegenstände, wie Uniformen und Helme mit Nackenleder usw., angeschafft. Die sogenannte „Spritze“ wurde von Pferden an den Brandort gezogen. Zur Inbetriebnahme der Pumpe waren 4 – 8 Mann erforderlich, die unter Inanspruchnahme der Muskelkraft die Pumpe betätigten. An die Pumpe konnten 2 C-Schläuche angeschlossen werden.

Bereits in der Gründungsversammlung wurde das Kommando und die Führerschaft gewählt. Schon kurze Zeit nach der Gründungsversammlung lief der Dienstbetrieb an. Am 06.11.1902 fand die nächste Versammlung, bei der die Statuten beraten und beschlossen wurden, statt. Anlässlich dieser Versammlung wurden Ausrüstungsgegenstände verteilt und u.a. der Mitgliedsbeitrag in Höhe von 2,00 Mark jährlich beschlossen. (Mitgliedsbeitrag 2001 DM 15,00 jährlich, heute € 8,00 jährlich für aktive Mitglieder). Bis zum Jahre 1914 vergrößerte sich die Wehr ständig. Der Ausbildungsstand verbesserte sich laufend und die Wehr stellte ihr Können in mehreren Einsätzen unter Beweis. Während des 1. Weltkrieges und noch einige Jahre danach verlief der Dienstbetrieb, bedingt durch die Abwesenheit der wehrfähigen Männer, unregelmäßig. Aus dieser Zeit wurde sehr wenig überliefert. Es sind keine Versammlungen durchgeführt worden und so auch keine Protokolle vorhanden. Erst im Jahre 1921 wurde wieder ein geregelter Dienstbetrieb aufgenommen. Es fanden nunmehr wieder regelmäßig Übungen statt und die Kameradschaft wurde anlässlich eines Wintervergnügens (Kameradschaftsabend) gepflegt. Im Jahre 1928 wurde das 25-jährige Bestehen der Wehr gefeiert. Die noch lebenden 14 Gründer der Wehr wurden bei dieser Feier zu Ehrenmitgliedern ernannt. An diesem Jubiläum nahmen u.a. der damalige Kreisbrandmeister Schwertfeger und der Landrat Stille teil. Eine im Jahre 1930 von den beiden letztgenannten Herren ausgelöste Alarmübung gibt Auskunft über den guten Ausbildungsstand der Wehr. Von 34 Mitgliedern waren 25 Männer zur Stelle und konnten nach 15 Minuten Wasser geben. Dies ist eine für die damalige Zeit und die vorhandene Ausrüstung beachtliche Leistung.

Den alten Protokollen ist zu entnehmen, dass in den Jahren nach 1921 unsere Wehr wiederholt an Wettkämpfen teilgenommen hat.

Ähnlich wie im 1. Weltkrieg fehlen auch während der Zeit des 2. Weltkrieges die Eintragungen in den Protokollbüchern fast vollständig. Erst ab 1949 wurde wieder ein Protokollbuch geführt. Von dieser Zeit an entwickelte die Wehr große Aktivität. Es wurden nun auf Antrag der Feuerwehr vom jeweiligen Rat der Gemeinde erhebliche Finanzmittel für Ausrüstungsgegenstände bereitgestellt und so gelang es innerhalb weniger Jahre, die Wehr zu modernisieren. Die vorhandene Handdruckspritze wurde im Jahre 1953 durch eine Tragkraftspritze (TS 8) in einem Tragkraftspritzenanhänger (TSA) ersetzt. Die Alarmierung der Wehr wurde durch die Installierung von 2 Sirenen erheblich verbessert. 1960 wurde von den Mitgliedern der Wehr in Eigenleistung das erste Feuerwehrgerätehaus gebaut. Der Rohbau wurde in 3 Monaten von 23 Kameraden in 1390 Arbeitsstunden errichtet. Da die Gemeinde nur das Material beschaffen brauchte, konnte das Gerätehaus für ca. 18.000,00 DM erstellt werden.

tsf_1963_20101118_1508911238Unsere Wehr konnte erstmals im Jahre 1963 mit einem Fahrzeug ausgerüstet werden. Es handelt sich bei diesem Fahrzeug um ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF).1966 wurde dieses Fahrzeug durch ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) ersetzt.

Dank dieser Maßnahmen ist die Freiwillige Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt in der Lage, zu jedem Grundstück im Ort Löschwasser zu fördern. Neben der technischen Ausrüstung wurde aber auch die Ausbildung der Feuerwehrmitglieder ständig verbessert. Jeder Feuerwehrmann muss eine Grundausbildung erfolgreich absolvieren. Darauf können weitere Lehrgänge aufgebaut werden. Um den guten Ausbildungsstand unserer Wehr unter Beweis zu stellen, haben die Wettkampfgruppen an unzähligen Wettkämpfen in anderen Orten teilgenommen und eine Vielzahl von Preisen errungen. Zeugnis hiervon geben die im Feuerwehrhaus befindlichen Pokale (ca. 200 Stück). Besonders hervorzuheben ist die Teilnahme 1991 an den Wettkämpfen auf der Ebene des Landes Niedersachsen. Im Jahr 2000 wurde unsere Wehr im Landkreis Hildesheim Kreismeister. Daraufhin wurden die neun Gruppenmitglieder mit der Wettkampfleistungs-spange in Bronze ausgezeichnet. Dieses Ehrung wurde erstmalig verliehen.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Aktivität einer Wehr eng mit der Person des Wehrführers zusammenhängt. Die Heyersumer Wehr hatte das Glück, sehr aktive Wehrführer, später Gemeinde- und Ortsbrandmeister, gehabt zu haben.

Dazu zählen folgende Kameraden:

  • Heinrich Speckesser 1902 bis 1924
  • August Ohlmer 1924 bis 1937
  • Arnold Hamelmann 1937 bis 1939
  • August Ohlmer 1939 bis 1945
  • Arnold Hamelmann 1945 bis 1948
  • Wilhelm Berndt 1948 bis 1963
  • Albert Risch 1963 bis 1983
  • Rolf Lehmann 1983 bis 1995
  • Franz-Hermann Kühne 1995 bis 2006
  • Thomas Reitz 2006 bis 2017
  • Peter Schiersching 2017 bis heute

Der Strukturwandel der Gesellschaft brachte es mit sich, dass die Wehr nicht nur zur Brandbekämpfung, sondern auch in anderen Notfällen eingesetzt wurde. Die Feuerwehr hat sich in der Vergangenheit als echter Helfer in der Not bei Verkehrsunfällen, bei Überschwemmungen, Kanalverstopfungen, Ölunfällen und vielen anderen Fällen erwiesen. Diese Hilfe war und ist nur möglich, weil es in Heyersum immer wieder Männer (seit 1985 auch Frauen) gibt, die Zeit, Geld und ihre Gesundheit opfern, um der Allgemeinheit, insbesondere den Mitbürgern von Heyersum, zu dienen und ihr Hab und Gut zu schützen.

In der Mitgliederversammlung vom 25. September 1965 wurde der Beschluss gefasst eine Jugendfeuerwehr zu gründen. In den darauffolgenden Wochen konnten 10 Jungen für die Jugendfeuerwehr begeistert und aufgenommen werden. Inzwischen gehören auch Mädchen der Jugendfeuerwehr an. Gemeinsam nehmen sie an Wettbewerben und Orientierungsmärschen sowie an Zeltlagern teil und gewinnen durch gute Leistungen auch viele Pokale. Fast jedes Jugendfeuerwehrmitglied erringt die Leistungsspange der Deutsche Jugendfeuerwehr. Dieses ist nur durch eine starke Gemeinschaftsleistung möglich. Zur Pflege der Kameradschaft einerseits, andererseits um öffentlich für die Belange unserer Wehr zu werben, wurden seit 1952 in fast regelmäßigen Abständen insgesamt 17 Feuerwehrfeste, verbunden mit Pokalwettkämpfen, durchgeführt. Zur Tradition ist es inzwischen geworden, dass zu Beginn eines Festes die gesamte Wehr der Toten gedenkt, insbesondere der früheren Kameraden, die in 2 Weltkriegen ihr Leben lassen mussten. Durch die Verwaltungs- und Gebietsreform im Jahre 1974 wurde aus der bis dahin eigenständigen Freiwilligen Feuerwehr Heyersum eine Ortsfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Nordstemmen. Ebenfalls wurde die Gemeinde Nordstemmen (Landkreis Alfeld) dem Landkreis Hildesheim zugeordnet. Dieser Landkreis hatte uns als Feuerwehr eine Einrichtung zu bieten, die wir vorher nicht kannten: eine Feuerwehrtechnische Zentrale.

Feuerwehrhaus 10.2015-3 [242812]1991 wurde mit 2.075 Std. Eigenleistung wieder ein neues Feuerwehrhaus errichtet, diesmal am Schmiedekamp. Die Eigenleistung wurde mit DM 50.000,00 bewertet. Bis zur Einweihung am 14.12.1991 konnte auch ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8) aus Gingen abgeholt werden.

Von 1989 bis 1991 wurde am 1. Mai zum Frühschoppen in das Gasthaus Binnewies eingeladen. Aus diesem Frühschoppen wurde 1992 ein Tag der offenen Tür im neuen Feuerwehrhaus. Dieses und das Fahrzeug stehen nun einmal jährlich der Öffentlichkeit zur Ansicht zur Verfügung. Jedermann kann sich hier informieren und gleichzeitig mit seiner Familie einen netten Nachmittag verbringen.